
Wichtig
Einfach erklärt: Ein LLM ist wie ein extrem belesener Assistent, der Milliarden von Texten gelesen hat und daraus gelernt hat, Sprache zu verstehen und sinnvolle Antworten zu formulieren. Es «denkt» nicht wie ein Mensch — es berechnet, welches Wort statistisch als nächstes am wahrscheinlichsten passt.
Wie funktioniert ein LLM?
- 1Training: Das Modell wird mit Milliarden von Texten aus dem Internet, Büchern, Artikeln und anderen Quellen gefüttert
- 2Mustererkennung: Dabei lernt es Sprachmuster, Zusammenhänge und Wissen — von Grammatik über Fakten bis hin zu logischen Verknüpfungen
- 3Vorhersage: Bei einer Anfrage berechnet das Modell Token für Token (Wort für Wort), welche Antwort am wahrscheinlichsten korrekt und hilfreich ist
- 4Fine-Tuning: Durch zusätzliches Training mit menschlichem Feedback (RLHF) wird das Modell auf hilfreiche, sichere und korrekte Antworten optimiert
Die wichtigsten LLMs im Überblick
ChatGPT (OpenAI)
Claude (Anthropic)
Entwickelt von Anthropic, einem AI-Sicherheitsunternehmen. Claude ist bekannt für besonders lange Kontextfenster (bis zu 200'000 Tokens), sorgfältige Antworten und einen starken Fokus auf Sicherheit. Claude wird zunehmend in Unternehmensanwendungen eingesetzt und ist das Modell hinter Claude Code und der Claude API.
Gemini (Google)
Weitere wichtige LLMs
- Llama (Meta): Open-Source-LLM von Meta, das frei verwendet und angepasst werden kann
- Mistral: Europäisches Open-Source-LLM aus Frankreich, bekannt für Effizienz
- Perplexity: Nutzt verschiedene LLMs kombiniert mit Echtzeit-Websuche für quellenbasierte Antworten
- Microsoft Copilot: Basiert auf OpenAIs Modellen, integriert in Microsoft-Produkte und nutzt Bings Index
Warum LLMs für SEO relevant sind
LLMs verändern die Suchlandschaft fundamental — und damit die gesamte SEO-Disziplin:
1. LLMs generieren Suchantworten
2. LLMs verändern die Suchintention
3. LLMs brauchen strukturierte Informationen
4. Jedes LLM hat andere Datenquellen
Ein häufiger Fehler: Alle LLMs gleich zu behandeln. In Wahrheit nutzt jedes LLM andere Quellen:
- Google Gemini / AI Overviews: Googles eigener Suchindex (RAG-basiert)
- ChatGPT: Bings Index für Websuche + Trainingsdaten
- Claude: Primär Trainingsdaten, begrenzte Websuche
- Perplexity: Eigenes Crawling + multiple Suchquellen
- Copilot: Bings Index
LLMs vs. klassische Suchmaschinen
- Klassische Suche: Crawlt Webseiten → indexiert sie → zeigt eine Linkliste als Ergebnis → Nutzer klickt und findet die Antwort auf der Website
- LLM-basierte Suche: Versteht die Frage → ruft relevante Quellen ab → generiert eine zusammengefasste Antwort → Nutzer bekommt die Antwort direkt, mit optionalen Quellenlinks
Was Schweizer Unternehmen über LLMs wissen müssen
- LLMs sind keine Zukunftsmusik: Über 1 Milliarde Menschen nutzen Google AI Mode monatlich. ChatGPT hat 400+ Millionen Nutzer. LLMs beeinflussen jetzt, wie Ihre Kunden Sie finden.
- Ihre Inhalte sind LLM-Futter: Alles, was öffentlich im Web steht, kann von LLMs verarbeitet werden. Qualität, Struktur und Autorität bestimmen, ob Sie zitiert oder ignoriert werden.
- Die Schweiz ist mehrsprachig: LLMs verstehen Deutsch, Französisch und Italienisch — optimieren Sie für alle relevanten Sprachen Ihres Marktes.
- Datenschutz beachten: Schweizer Unternehmen sollten prüfen, welche Daten sie öffentlich machen und wie LLMs diese verwenden. Die neuen GSC-Controls geben erste Kontrollmöglichkeiten.
Fazit

CEO, MIK Group
Maxi Maxhuni ist CEO der MIK Group und Experte für Suchmaschinenoptimierung und digitale Wachstumsstrategien. Mit über 10 Jahren Erfahrung im Online-Marketing hilft er Schweizer KMU, ihre digitale Sichtbarkeit nachhaltig zu steigern.