
Mit der Einführung von Siri ist auch die Sprachsuche mehrheitsfähig geworden. Seit einiger Zeit kann man nun zudem über Google sogar per Sprachsuche nach Suchbegriffen suchen. Was verwenden Sie selbst, wenn Sie zum Beispiel nach dem CEO von Apple suchen? Geben Sie die Suchanfrage von Hand in Google ein oder benutzen auf Chrome oder der Google-App die Sprachfunktion, um nach Informationen zu suchen? Die meisten würden wahrscheinlich noch mit der ersten Version antworten. Aber die Sprachsuche ist unwiederbringlich am Kommen!
In den USA verwenden gemäss Studien besonders 18 bis 43 Jahre alte Menschen sowie jene, die älter als 44 Jahre sind, die Sprachsuche. Als Grund hierfür wird angenommen, dass es per Sprachsuche einfacher ist, zu Suchresultaten zu kommen, da auf den Bildschirmen üblicherweise alles sehr klein und die Navigation oftmals umständlich ist.
Weitere Erkenntnisse aus den USA zeigen, dass die Sprachsuche vor allem für Wegbeschreibungen verwendet wird. Dies ist leicht nachvollziehbar – hat man doch beim Navigieren üblicherweise die Hände nicht frei.
Doch wie unterscheidet sich die normale Suche eigentlich von der Sprachsuche? Ganz einfach: die folgenden Punkte unterscheiden sich und haben einen Einfluss auf das SEO:
1. Die Länge der Suchanfrage unterscheidet sich
Bei Suchanfragen in Textform werden zumeist etwa 2 Schlüsselwörter verwendet. Gemäss Tests bringen bei der Sprachsuche jedoch die Suchanfragen mit 3 Schlüsselwörtern die besten Suchresultate. Zudem ist die Sprache «natürlicher».
Probieren Sie also, längere Schlüsselwörter, die spezifischer sind. Beispiel: Kosten für Flugticket nach Madrid.
2. Die Sprachsuche verwendet Fragewörter
3. Nutzer haben bei der Sprachsuche eine stärkere Absicht
Hier handelt es sich um den wichtigsten Unterschied überhaupt: zum Zeitpunkt, wo Nutzer die Sprachsuche verwenden und eine spezifische Frage stellen, haben sie häufig bereits eine stärkere Absicht, ein Produkt zu kaufen, sich auf einer Seite zu registrieren oder andere Aktionen auszuführen. Die Art der Frage deutet auf die Stärke der Absicht.
4. Es hat einen Einfluss auf lokale Suchergebnisse
Mobile Suchresultate sind dreimal häufiger lokal, als Textsuche über den Desktop. Da die Sprachsuche besonders häufig über Mobiltelefone verwendet wird, sollten Sie sich bereits jetzt vorbereiten. Verwenden Sie also Keywords, die für lokale Suchresultate relevant sind.
5. Mehr Schnellantworten und Schnellzugriffe
Wie bei anderen Suchanfragen wird auch die Sprachsuche in den Suchresultaten eine Schnellantwort im Featured Snippet anzeigen. Sehr häufig werden lokale Suchanfragen gemacht. Unter den Suchresultaten für diese kann man üblicherweise Bewertungen, einen «Anrufen» oder einen «jetzt buchen» Button sehen, sodass die Nutzer nicht einmal mehr auf die Webseite gehen müssen, um die gewünschte Handlung auszuführen.
Dies führt dazu, dass Seiten wie Yelp und TripAdvisor enorm wichtig sind: Sie müssen dort Ihre Öffnungszeiten und die Kontaktdaten aktuell halten, sodass diese Informationen auch in den Suchresultaten angezeigt werden können.
Um es zusammenzufassen, gibt es bei der Sprachsuche im Gegensatz zur Textsuche also fünf bedeutende Unterschiede:
- Die Sprachsuche hat längere Suchanfragen, mehr Keywords
- Da die Frage gesprochen wird, enthält die Keyword-Kombination Fragewörter
- Bei der Sprachsuche ist die Absicht klar an der Keyword-Kombination erkennbar
- Die Sprachsuche wird hauptsächlich für lokale Suchen verwendet und bringt entsprechend auch lokale Resultate
- Seiten von Drittparteien haben einen hohen Stellenwert
Eines ist klar: das, was wir heute in der Sprachsuche sehen, wird sich wohl bereits in einigen Monaten geändert haben. Die Sprachsuche wird nämlich stetig getestet und angepasst.
In der Zukunft ist es sogar absehbar, dass wir daheim und bei der Arbeit mit zahlreichen Maschinen sprechen und diese für uns bestimmte Arbeiten ausführen. Es ist zudem auch denkbar, dass man unterwegs eine Suchanfrage machen kann und Tools wie Cortana oder Google Now anhand des Wetters und persönlicher Vorlieben das beste Café in der Nähe aufzeigt.
Insgesamt werden die genannten Tools also eine grosse Hilfe sein, und viele Menschen werden persönliche Informationen abgeben, um die Vorteile der Programme nutzen zu können. Hierdurch wird es für Online-Marketers noch einfacher, personalisierte Inserate und Werbung zu erstellen und den Nutzern diese gezielt anzuzeigen. Kurzum: die Zukunft des Online-Marketings sieht interessant aus!

CEO, MIK Group
Maxi Maxhuni ist CEO der MIK Group und Experte für Suchmaschinenoptimierung und digitale Wachstumsstrategien. Mit über 10 Jahren Erfahrung im Online-Marketing hilft er Schweizer KMU, ihre digitale Sichtbarkeit nachhaltig zu steigern.