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SEO

Position 1 ist nicht mehr, was es einmal war

57% der Position-1-Ergebnisse sind auf Desktop above the fold — auf Mobile nur 40%. Warum Rankings allein nicht mehr reichen und was Sie tun können.

Maxi Maxhuni
Maxi MaxhuniCEO
5. Juni 2026
9 Min. Lesezeit
Position 1 bei Google — jahrelang war das der heilige Gral des SEO. Wer auf Platz 1 stand, bekam den meisten Traffic. Punkt. Doch diese Gleichung stimmt nicht mehr. In der neuen Suchlandschaft, geprägt von AI Overviews, Shopping-Anzeigen und erweiterten SERP-Features, ist Position 1 oft nicht einmal sichtbar, ohne zu scrollen.

Wichtig

Nur 57% der Position-1-Ergebnisse sind auf Desktop above the fold sichtbar. Auf dem Smartphone sind es nur noch 40%. Das mediane organische #1-Ergebnis sitzt 635 Pixel vom oberen Seitenrand entfernt — bei einem typischen Laptop-Viewport von 800 Pixel.

Diese Erkenntnis deckt sich mit dem, was wir bei MIK Group in den letzten Monaten in Dutzenden Kundengesprächen beobachten: Die Rankings steigen, aber die Klicks sinken. Kunden fragen uns: «Wir ranken für immer mehr Keywords auf Seite 1 — warum wächst der Traffic nicht proportional?» Die Antwort liegt in der fundamentalen Veränderung der Google-Suchergebnisseite.

Was Position 1 wirklich bedeutet: Eine Pixel-Analyse

Auf Desktop sitzt das mediane organische #1-Ergebnis etwa 635 Pixel vom oberen Seitenrand entfernt. Bei einem typischen Laptop-Bildschirm mit 800 Pixel Viewport-Höhe heisst das: Position 1 ist gerade noch sichtbar — wenn überhaupt.
Position 2 ist bereits meistens below the fold. Position 10 zu erreichen erfordert etwa fünf volle Bildschirme Scrollen.
Auf Mobile ist die Situation noch dramatischer. Laut Analysen von STAT Search Analytics ist das #1-Ergebnis fast drei Fünftel der Zeit nicht einmal ansatzweise sichtbar auf einem typischen Smartphone — nicht einmal die erste Textzeile.

Was Position 1 verdrängt hat

Was über den organischen Ergebnissen steht, hängt von der Suchintention ab:

Informative Suchanfragen

AI Overviews nehmen fast ein Drittel des sichtbaren Bereichs above the fold ein. Zusammen mit dem Knowledge Graph steigt der Anteil auf rund 41%. Organische Ergebnisse starten erst darunter.

Kommerzielle Suchanfragen

Noch extremer: Bezahlte Anzeigen und Shopping-Units nehmen über 60% des sichtbaren Bereichs ein. Popular Products können sogar zwei Drittel des Screens abdecken. Für organische Ergebnisse bleiben etwa 16% — ein Sechstel dessen, was der Nutzer ohne Scrollen sieht.

Was wir bei unseren Kunden beobachten

In den letzten Monaten haben wir bei MIK Group ein wiederkehrendes Muster in unseren Kundengesprächen festgestellt:

  • Rankings steigen: Mehr Keywords auf Seite 1, bessere Positionen, breitere Sichtbarkeit
  • Impressionen steigen: Die Search Console zeigt wachsende Impressionszahlen
  • Klicks stagnieren oder sinken: Trotz besserer Positionen klicken weniger Nutzer auf die organischen Ergebnisse
  • CTR fällt: Die Click-Through-Rate sinkt kontinuierlich — besonders bei informativen Keywords
Das ist kein Fehler in der SEO-Strategie. Es ist die strukturelle Konsequenz der neuen SERP-Landschaft. Google gibt Antworten direkt in den Suchergebnissen — über AI Overviews, Featured Snippets, Knowledge Panels und Shopping-Karussells. Der Klick auf eine Website wird für immer mehr Suchanfragen optional.

Die Rankings steigen, aber die Klicks sinken — das ist die neue Realität. SEO ist nicht weniger wichtig geworden, aber was wir messen und wie wir Erfolg definieren, muss sich ändern.

Maxi MaxhuniCEO — MIK Group

Warum SEO trotzdem kein totes Pferd ist

Die natürliche Reaktion auf sinkende Klickraten wäre: «Dann lohnt sich SEO nicht mehr.» Das ist falsch. Und zwar aus drei Gründen:

1. Sichtbarkeit baut Marke auf

Branded-Search-Volumen ist ein stärkerer Prädiktor für Rankings als Domain Authority — und dieser Effekt verstärkt sich. Sichtbarkeit in AI Overviews, Featured Snippets und SERP-Features baut Markenbekanntheit auf, auch wenn kein Klick erfolgt. Dieser Flywheel-Effekt ist messbar: Sichtbarkeit → Markenbekanntheit → mehr Branded Searches → bessere Rankings → noch mehr Sichtbarkeit.

2. SEO ist ein Impressions-Kanal

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Wenn andere Marketingkanäle über Impressionen gemessen werden (Social Media, Display, TV), warum nicht SEO? Die Impressionen, die SEO generiert, sind hochqualifiziert — der Nutzer hat aktiv nach einem relevanten Thema gesucht. SEO ist einer der stärksten Impressions-Kanäle überhaupt.

3. Agents brauchen SERPs

Selbst AI-Agents wie Google Agent und ChatGPT basieren auf Suchindizes. Die SERPs sind die Datengrundlage, auf der AI-Systeme entscheiden, welche Unternehmen sie empfehlen. Wer in den SERPs unsichtbar ist, wird auch von AI-Agents ignoriert.

So optimieren Sie in der neuen Such-Ära

1. Optimieren Sie für Ergebnisgrösse, nicht nur Rang

Ein normales organisches Ergebnis ist etwa 120 Pixel hoch. Ein Ergebnis mit Bildern, Preisen und Bewertungen (IPR) ist rund 240 Pixel — doppelt so gross. Der visuelle Fussabdruck entscheidet über die tatsächliche Sichtbarkeit.
Massnahme: Prüfen Sie Ihre Top-Keywords auf IPR-Berechtigung und priorisieren Sie Schema-Arbeit nach Pixel-Gewinn, nicht nach Suchvolumen. Rich Snippets, FAQ-Markup, Bewertungsschema und Produktdaten vergrössern Ihr Suchergebnis.

2. Werden Sie zur zitierten Quelle in AI Overviews

AI Overviews nehmen ein Drittel des sichtbaren Bereichs ein — wenn Ihre Website dort als Quelle erscheint, ist das wertvoller als ein klassisches Position-1-Ranking. Optimieren Sie für Answer Engine Optimization (AEO): klare Antworten, strukturierte Inhalte, starke E-E-A-T-Signale.

3. Investieren Sie in Markenaufbau über SEO

Branded Searches sind ein stärkeres Ranking-Signal als je zuvor. Nutzen Sie SEO bewusst als Marken-Kanal:

  • Erstellen Sie Thought-Leadership-Content, der Ihre Expertise zeigt
  • Werden Sie in Branchenmedien und auf Drittplattformen erwähnt
  • Bauen Sie ein konsistentes Markenbild über alle SERP-Features auf
  • Messen Sie Branded-Search-Wachstum als KPI

4. Messen Sie SERP-Sichtbarkeit, nicht nur Rankings

Hören Sie auf, nur Position und Traffic zu messen. Neue KPIs für die neue Ära:

  • Pixel-Share: Wie gross ist Ihr visueller Anteil an der SERP?
  • SERP-Feature-Präsenz: In wie vielen Featured Snippets, AI Overviews und Knowledge Panels erscheinen Sie?
  • Branded-Search-Volumen: Wächst die Zahl der Menschen, die direkt nach Ihrer Marke suchen?
  • Impressionen vs. Klicks: Wie entwickelt sich das Verhältnis — und ist das für Ihre Branche normal?
  • AI-Zitierungen: Werden Sie in ChatGPT, Perplexity und Google AI Mode als Quelle genannt?

5. Diversifizieren Sie Ihre Suchpräsenz

Verlassen Sie sich nicht nur auf organische Text-Links. Maximieren Sie Ihre Präsenz über alle SERP-Elemente:

  • Google Business Profil: Für lokale Suchen oft sichtbarer als organische Ergebnisse
  • Google Shopping / Merchant Center: Für E-Commerce unverzichtbar
  • YouTube: Video-Ergebnisse erscheinen prominent in den SERPs
  • Google Images: Bild-Ergebnisse für visuelle Suchanfragen
  • Google News: Für aktuelle Themen und Branchennachrichten

Fazit: Position 1 zählt — aber anders als früher

Position 1 ist nicht wertlos geworden. Aber Position 1 allein reicht nicht mehr. In einer SERP-Landschaft, in der AI Overviews, Anzeigen und Rich Features den sichtbaren Bereich dominieren, müssen Unternehmen umdenken: weg von der Fixierung auf einen einzelnen Rang, hin zu einer ganzheitlichen SERP-Sichtbarkeitsstrategie.

Die gute Nachricht: Wer jetzt in strukturierte Daten, Content-Qualität, Markenaufbau und Multi-Feature-Optimierung investiert, wird in der neuen Such-Ära mehr Sichtbarkeit geniessen als jemals zuvor — auch wenn sich die Art, wie diese Sichtbarkeit gemessen wird, grundlegend verändert hat.

Möchten Sie wissen, wie sichtbar Ihre Marke wirklich ist — jenseits von Rankings? Kontaktieren Sie uns für eine umfassende SERP-Sichtbarkeitsanalyse.
Maxi Maxhuni

CEO, MIK Group

Maxi Maxhuni ist CEO der MIK Group und Experte für Suchmaschinenoptimierung und digitale Wachstumsstrategien. Mit über 10 Jahren Erfahrung im Online-Marketing hilft er Schweizer KMU, ihre digitale Sichtbarkeit nachhaltig zu steigern.

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